Englisches Obedience

Dieses 2019 ist ein Ausnahmejahr.

Ich bin nicht auf der Crufts.

Und selbstverständlich habe ich Entzugserscheinungen, bin unglaublich neidisch auf diejenigen, die vor Ort sein können. Die Ausstellungsszene, mit ihren teils zur Unkenntlichkeit karikierten Hunderassen, interessiert mich lediglich marginal. Es ist der Hundesport, der mich in den Bann zieht, in erster Linie englisches Obedience.

Wenn ich dort die guten Hunde laufen sehe, dann weiß ich, welchem Obedience mein Herz gehört, uneingeschränkt.

Deshalb bin ich in diesem Jahr sehr dankbar, dass der KC Obedience im Livestream überträgt. Egal ob vom Wohnzimmer aus oder von unterwegs, ich bin nah am Geschehen, kann mitfiebern und mich am besten Hundesport der Welt erfreuen!

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Wolf im Schafspelz

Fangen wir mal mit dem Rassestandard des Border Collies an. Dem Teil, der sich mit den rassespezifischen Eigenschaften der Rasse beschäftigt.

Dem Teil, den einige Obediencesportler wohl noch nie gelesen haben.

General Appearance – Well proportioned, smooth outline showing quality, gracefulness and perfect balance, combined with sufficient substance to give impression of endurance. Any tendency to coarseness or weediness undesirable.

Characteristics – Tenacious, hard-working sheep dog, of great tractability.

Temperament – Keen, alert, responsive and intelligent. Neither nervous nor aggressive.

Warum in aller Welt gibt es im Obedience Menschen, die Border Collies mit den Eigenschaften von Malinois haben möchten? Ich möchte der Rasse Malinois bestimmt nichts Böses nachreden. Doch jeder hat den ein oder anderen Vertreter dieser Rasse schon erlebt, total durchgeschossen, nervös, manisch und aggressiv. Natürlich kenne ich normale Vertreter dieser Rasse, aber daran werden Border Collies nicht gemessen.

Es ärgert mich, wenn Züchter ihre Border Collie Welpen als kleine Malis anpreisen. Ich finde es unmöglich, wenn Border Collie Welpen mental nicht mehr in der Lage sind, von einem Spielzeug ablassen zu können. Ist das der Preis, den diese einzigartige Hunderasse für den krankhaften Ehrgeiz von Züchtern und Obediencesportlern zu zahlen hat?

Viele Obedience-Sportler sind mittlerweile derart zwanghaft geworden, dass es ihnen egal geworden ist, wie sich die Rasse definiert, welche Eigenschaften rassetypisch sind und welche nicht.

Ein Border Collie ist KEIN Malinois!

Niemand möchte in Schwarz-Weiß gekleidete Malinois im Obedience sehen. Aber das kommt halt dabei rum, wenn zuerst der Sport und dann der Hund kommt.

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Alle (fünf) Jahre wieder

„Des Geistes Licht, des Wissens Macht,
Dem ganzen Volke sei’s gegeben!“ ~Kegel

Ich hatte schon immer etwas gegen Leute, die zu wissen meinten, was gut für mich ist, was gut für andere Menschen ist. Welches Wissen sie zurückhalten oder weitergeben um mich oder andere vor der „grauenvollen“ Wahrheit, dem schier Unaussprechlichen zu beschützen. Geheimniskrämerei, hingeworfene Informationsbrocken, stille Post, Informationen hinter vorgehaltener Hand.

Nein, es handelt sich nicht um investigativen Journalismus, um Panamapapers oder Wikileaks – viel schlimmer:  die aktuelle FCI Obedienceprüfungsordnung wird 2021! geändert.

An und für sich sind Änderungen schön, gut und sinnvoll. Zumindest sollten Änderungen für etwas gut sein, denn sonst bräuchte sie man ja nicht. Sie stellen einen vor neue Herausforderungen und spornen unsere Kreativität neu an. Sollte man meinen.

Schlecht ist jedoch, wenn Änderungen, welche eine geschlossene Gruppe betreffen, wie beispielsweise die Gruppe FCI Obedience, nicht an alle in der gleichen Weise kommuniziert werden. Die Gründe mögen vielfältig und sogar unbeabsichtigt sein. Sie gehen von schlechtem Wissensaustausch bis hin zu Knowledge Hiding. Für mich ist das ein absolutes NoGo und kaum nachvollziehbar. Nachvollziehen kann ich jedoch, dass Handler ihren Unmut äußern. Wer absichtlich Wissen zurückhält fördert Neid, Missgunst und Misstrauen. Und ich finde, man sollte sich gut überlegen, ob diese (Non-)Informationspolitik sehr zuträglich für die weitere Entwicklung des Sports und seiner Meldezahlen ist.

„Drei mal Drei macht Vier, widde widde wid, und drei macht Neune,
ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.“ ~Pippi Langstrumpf 😉

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Be dog!

Spazierengehen ist gut für unsere Gesundheit. Es kräftigt das Herz und die Muskeln, fördert unsere körperliche und mentale Fitness. 10.000 Schritte am Tag sind bereits eine gute Vorbeugemaßnahme gegen verschiedene Erkrankungen. Schritt für Schritt, Spazierengehen hilft gegen alles.

In vierbeiniger Begleitung macht es gleich doppelt so viel Spaß. Spaziergänge sind für das Wohlbefinden der allermeisten unserer Hunde unerlässlich, damit sie gesund und langlebig bleiben.

Bei vielen Hundesportlern hat sich eine Kultur entwickelt, die das nicht mehr als notwendig erachtet. Das Hundetraining als solches wird als ausreichend Bewegung für den Hund erachtet. Vor und nach dem Training den Hund 10 Minuten zum Lösen raus, eine Runde um den Hundeplatz, das muss reichen. Für lange Spaziergänge bleibt da keine Zeit, denn Training ist wichtiger.

Für ein Tier, welches seine Umwelt fast ausschließlich über Gerüche wahrnimmt, können Bällchenwerfen, Hundewiese oder Training dieses elementare Bedürfnis keinesfalls befriedigen.

Train less, walk more – gesünder für Hund und Halter!

 

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Meine Worte

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Futtertreiben

Futtertreiben ist ganz genau das, was der Name besagt. Der Hund muss permanent mit dem Fang (der Schnauze für Nicht-Kynologen) in die Hand – in der sich Futter befindet – arbeiten, treiben bzw. diese anstoßen. Die Hand wird in der Position gehalten, in der der Hund später einmal laufen soll und es wird darauf geachtet, dass der Hund sie nicht aus dieser Position drückt. Keinesfalls darf der Hund den Kontakt zur Hand verlieren. Der Hund soll dabei sehr!!! aktiv sein und sehr!!! aktiv das Futter einfordern. Diese Methode stammt in ihren Grundzügen von Gottfried Dildei, einem deutschen Trainer, der in den 80er Jahren in die USA auswanderte. Zu damaligen Zeiten eine Revolution in der Hundeausbildung. Eine deutliche Verbesserung der Lebens- und Trainingsqualität der damaligen Schutzhunde – Futter statt Stachelhalsband.

Soweit die Theorie.

Desweiteren ist diese Methode ein gutes Beispiel dafür, wie lange sich eine Ausbildungsweise hält. Wohlgemerkt, wir sprechen von einer Methode, die aus den achtziger Jahren stammt. Seither sind über dreißig Jahre ins Land gezogen. Mittlerweile wissen wir mehr über Lernverhalten, mehr über Motivation und Erwartungen, mehr über Biodynamik und mehr über Streß und Frustration.

Was lernt der Hund beim Futtertreiben?
Dass er penetrant sein Futter einfordern darf. Alles, was er eigentlich lernen sollte, geschieht unbewußt und nebenbei. Und er lernt „to push the button“, eins von den Dingen, mit denen man im Hundetraining schon sehr vorsichtig umgehen sollte. Es ist ja nicht so, dass Hunde Handlungen nicht  in andere Situationen übertragen könnten 😉

Was soll der Hund lernen (das, was er beim Futtertreiben leider nicht lernt)?
Dass er BEWUSST Handlungen ausführt, für die er BELOHNT wird. In unserem Falle, an einem Handtarget oder einem Looktarget zu laufen. Er soll seine Aufmerksamkeit auf die Tätigkeit richten und nicht nach dem Futter gieren. Denkt der Hund nur an das Futter, dann kann er gar nicht daran denken, was er gerade tut. An zwei Dinge gleichzeitig zu denken, funktioniert auch bei uns nicht.

Ich möchte bei meinen Hunden von Anfang an die richtige Denkweise und Einstellung fördern und die haben sie halt nicht, wenn man sie stumpfsinnig (und wie nach einer Gehirnwäsche) am Futter kleben lässt. Diese Hunde setzen ihre Anstrengungen dafür ein, an das Futter zu kommen. Belohnt wird für Intensität/Nachdruck und Ausdauer und Durchsetzungsfähigkeit. Nicht dafür, ein Bewußtsein und Verständnis für die gewünschte Handlung zu entwickeln.

Ein weiterer Punkt gegen ein Futtertreiben ist, dass die Körperhaltung eines jungen Hundes in den meisten Fällen nicht berücksichtigt wird. Auf Youtube-Videos sehe ich sehr oft, wie die Körper der Welpen zusammengestaucht werden. Sie nehmen die Köpfe zwischen die Schultern, knicken vorne ein, sie drücken den Rücken weg und ganz oft werden sie hinten einfach viel zu tief, weil der Kopf überstreckt wird. In einigen Fällen treten die jungen Hunde dann zu weit unter und wölben den Rücken nach oben.

Die Hauptsache scheint zu sein, dass der Hund wie ein Depp nach dem Futter giert und dabei zum Junkie wird. Futtertreiben ist eine gute Wahl ist, wenn man seine Hunde gerne nach „einem System“ (weil jeder Hund gleich ist *hahahaha*) arbeiten will, wenn man ihnen nicht beibringen möchte, gute Entscheidungen selbst zu treffen und wenn man ihnen nicht die Möglichkeit geben möchte, sich in eine Aufgabe hineinzuentwickeln.

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Abgenutzt und ausgelagert

„Bei meiner Mutter (jedes beliebige Wort – Vater, Bruder, Tante etc. – kann hier  eingesetzt werden) geht es ihm viel besser.“

„Im Alter kommt er mit den anderen Hunden nicht mehr klar.“

„Bei uns ist er nur einer von vielen, da hat er es als Einzelhund doch viel schöner.“

Erklärversuche und Entschuldigungen von Hundesportlern. Von Hundesportlern, die ihre alten Hunde einfach abgeschoben haben. Abgeschoben, weil der Hundesport wichtiger ist, als das Individuum. Weil ein neuer, junger Hund kam. Weil der alte Hund nicht mehr erfolgreich im Sport laufen konnte. Weil viele Hunde einfach zu viele Hunde sind und man nicht allen gerecht werden kann.

Ich bin erstaunt, wie oft ich das in der letzten Zeit gehört habe.

Schnell wird klar, welchen Stellenwert der Hund haben muss – den eines Sportgerätes. Wenig tröstlich der Gedanke, dass sie, so lange sie laufen können, geliebte Haustiere sind. Durch den Sport abgenutzt, wird der Hund am Ende seiner Karriere einfach, zu jemandem anderen aufs Altenteil, abgeschoben.

Vermutlich haben es die Hunde dann doch viel schöner.

Als Trainer haben sich solche Personen für mich absolut ins AUS gesetzt. Mal ganz abgesehen davon sollte sich jeder überlegen, was das über die Persönlichkeit derjenigen  aussagt.

Meine persönliche Meinung ist, dass es zwar Ausnahmen geben mag, wo eine Abgabe richtig und pro Hund ist. Aber eigentlich habe ich dafür sowas von NULL Verständnis!
Meine Hunde werden nicht darüber definiert, was sie im Sport zu leisten vermögen,  mein Ego braucht das sowieso nicht. Meine Hunde sind da, weil ich Hunde liebe! Sie werden mir nicht lästig, nur weil sie alt sind. Das Gegenteil ist der Fall, sie bekommen mehr Aufmerksamkeit, mehr Zuwendung und mehr Pflege. Und sie bleiben, bis sie ihren letzten Atemzug in meinen Armen machen.

 

 

 

 

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